Mehr Traffic: Wie sie zusätzliche Besucher durch die Nutzung von Twitter, Facebook & Co. gewinnen

Mehr Traffic: Wie sie zusätzliche Besucher durch die Nutzung von Twitter, Facebook & Co. gewinnen

Social Media und Social Networks sind seit einiger Zeit in aller Munde und vor allem Twitter und Facebook haben einen regelrechten Hype ausgelöst. Nun sollte man sich als Firmeninhaber hüten, jeder Sau nachzujagen, die irgendwer mal wieder durchs Dorf treibt. Bisher sind die beide Dienste den Beweis noch weitgehend schuldig geblieben, dass sie für den gewerblichen Nutzer auch tatsächlich einen Return on Investment liefern. Wer nun nicht viel Geld in die Hand nehmen und möglicherweise in den Sand setzen will, kann aber trotzdem diese Dienste für sich nutzen.

Daher wollen wir zum Abschluss unserer Reihe "Tipps und Tricks zur Suchmaschienoptimierung" auf die Möglichkeiten eingehen, wie man zusätzliche Besucher durch die Nutzung von Social Media auf die eigene Webseite locken kann. Dabei geht es nicht darum, einen eigenen Webauftritt nur mit Facebook zu erstellen. Aufgrund der fehlenden Kontrolle über die eigenen Inhalte und die Abhängigkeit von einem Anbieter raten wir davon eher ab. Aber als zusätzliches Instrument bietet es sich durchaus an. Daher liegt unser Schwerpunkt auf dem automatischen Befüllen Ihres Twitter- oder Facebook-Accounts von Ihrer Webseite aus.

Aber schauen wir uns zunächst einmal Facebook und Twitter im Vergleich an, um zu sehen, welche Vor- und Nachteile die Plattformen haben:

Was für Twitter spricht:
  • Ca. 200 Millionen registrierte Nutzer und 200 Millionen Tweets pro Tag. Darunter sind natürlich jede Menge Karteileichen. Rund die Hälfte der Accounts hat keinen Follower und ein Drittel folgt keinem einzigen Account.
  • Gute Klickzahlen pro Link.
  • Umfassende zielgenaue Werbemöglichkeiten (auch mit eigenen Tweets).
  • Das neue Twitter-Interface bietet einen geteilten Bildschirm mit Unterfenstern für Fotos und Videos von über 15 verschiedenen Plattformen wie Flickr, YouTube und TwitPic.
  • Viele nützliche Drittanbieter-Tools für Statistik, Suche, Analyse etc.
Was gegen Twitter spricht:
  • Twitter ist sehr schnelllebig. Tweets verschwinden schnell aus der Timeline.
  • Gelegentlich überlastet (ist inzwischen besser geworden).

Die kurzen Tweets haben den Vorteil, dass Inhalte schnell mal generiert sind. Bei Blogartikel ist dann allerdings eine interessante Überschrift noch wichtiger als bei Facebook, da außer dieser nur noch ein paar Tags und die URL in einen Tweet passen.

Was für Facebook spricht:
  • Über 750 Millionen Nutzer, davon loggen sich gut 50 % täglich ein. 
  • Einbindung von Multimedia-Tools wie Video, Fotos, Quiz und Nachrichten.
Was gegen Facebook spricht:
  • Erfordert mehr Zeit für die Pflege und ist wenig geeignet für kurzfristige Kampagnen. Ein langfristiges Engagement unbedingt erforderlich.
  • Weniger Klicks pro Link.
  • Komplizierter in der Bedienung als Twitter.
  • Negative Schlagzeilen wegen Datenschutz und Privacy.

Um einen Facebook-Auftritt zu pflegen, muss man erheblich mehr Zeit investieren, als für einen Twitter-Account. Der Vorteil beim automatischen Befüllen z.B. mit Blogbeiträgen liegt darin, dass auch Anrisstexte der Beiträge auf der Facebookseite erscheinen können. Was allerdings nicht automatisch dazu führt, dass man auch mehr Klicks generiert.

Mittlerweile bieten die gut gepflegten Content-Management-Systeme auch Möglichkeiten, veröffentlichte Inhalte automatisch an Social-Media-Dienste wie Twitter, Facebook und andere zu senden. Bei Drupal sorgen Module wie Twitter, Drupal for Facebook oder Post it Everywhere für eine automatische Veröffentlich auf den verschiedensten Social-Media-Seiten. So werden zum Beispiel die Beiträge aus unserem Blog auf unserer Twitter- und Facebookseite veröffentlich. Auch für Wordpress gibt es entsprechende Plug-Ins. Für unser Kochblog Frau Lotta haben wir eine entsprechende Anbindung sowohl für einen Twitter-Account, als auch eine Facebookseite realisiert.

So sieht ein automatischer Tweet eines Wordpress-Beitrages aus:

Automatischer Tweet eines Wordpress-Beitrags

und so der dazugehörige Facebook-Eintrag:

Automatischer Facebookeintrag eines Wordpress-Postings

Diese automatischen Posts sorgen übrigens sowohl auf Twitter- als auch auf Facebookseite für ca. 90 % des Contents, den wir dort veröffentlichen. Der Rest sind dann handgeschriebene Tweets und Beiträge. Aufgrund der Auswertungen der verschiedenen Statistiken zeigt sich sehr schön die Auswirkung auf den Traffic. So kommen 65 % des gesamten Traffics über Suchmaschinen (davon knapp 90 % über Google, gefolgt von Yahoo und Bing), 20 % über direkte Seitenaufrufe, 7 % über externe Links auf andern Webseiten, 5 % über Social-Media-Seiten (davon 3/4 über Twitter, der Rest via Facebook; Tendenz  steigend).

Man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, dass es sich bei den genannten Diensten um Social Media handelt. Die Stärke dieser Dienste ist die Interaktionsmöglichkeit mit den Lesern/Kunden. Und das bedeutet wiederum, dass man, sobald man in facebook oder twitter auftritt, mit den anderen Benutzern in Kontakt treten muss und diesen Kontakt auch pflegen sollte. So wird man in twitter erst interessant, wenn man z.B. auch Inhalte anderer Benutzer weitergibt ("retweetet"), die Stärke von facebook ist die Kommunikation über die Kommentarfunktion, die regelmäßig und zeitnah überprüft werden muss und wo Reaktionen oft erwartet werden.

Fazit

Wunder sollte man von einer Anbindung seiner Webseite an Twitter oder Facebook nicht erwarten. Aber zusätzliche Seitenbesucher lassen sich ohne größeren Aufwand gewinnen, wenn man regelmäßig neue und interessante Inhalte auf seiner Webseite veröffentlicht. Wer mehr will, wird nicht umhin kommen, regelmäßige Arbeit vor allem in die Pflege seiner Facebookseite zu stecken. Ob sich das lohnt läßt sich derzeit nicht sicher beantworten.